Baltimore & Gezi

Ankaras Bürgermeister Melih Gökcek, AKP, hat über Twitter der US-Aussenministeriumssprecherin Marie Harf (früher CIA, aus Ohio, Obama-Unterstützerin) von ihr kritisierte Polizei-Einsätze in der Türkei und Polizei-Gewalt in USA wie in Baltimore gegenübergestellt.

Auf orf.at dazu, wie eigentlich zu erwarten, eine verzerrte, wenn nicht verhetzende, Darstellung (vermutlich nicht nur dort). Es wird versucht, den eigentlichen Inhalt der Äusserungen des Türken, die Gegenüberstellung der Polizeieinsätze bzw die doppelte Moral im Umgang damit, zu überdecken indem das untergriffige darin, die Erwähnung der Blondheit der Amerikanerin, exzessiv herausgestrichen wird. Und das mit fragwürdigen Übersetzungen, die von „Memri“ sein könnten. Die Berichterstattung bei orf.at über die Unruhen beim Gezi-Taksim-Platz in Istanbul und jene über Gewalt in amerikanischen Städten bestätigt die Wichtigkeit dieser Gegenüberstellung. Dann wird die „humorvolle Antwort“ des USA-Botschafters in Türkei angepriesen, die ebenfalls auf den Inhalt, die Substanz des Gesagten nicht eingeht und von ihm abzulenken versucht.

Was die Diskrepanz zwischen der US-amerikanischen Rolle als Weltpolizist und so manchen Zuständen in diesem Land selber betrifft, so ist an Muhammed Ali zu erinnern, der bezüglich seiner Einberufung zum Vietnam-Krieg gesagt hat: „Der Vietcong hat mich nicht „Nigger“ genannt… Ihr seid meine Feinde,… Ihr seid meine Gegner bezüglich Freiheit, Gerechtigkeit, Gleichheit. Ihr wollt dass ich irgendwo hin gehe und für euch kämpfe? Ihr setzt euch nicht einmal für meine Rechte hier ein.“

Was orf.at betrifft, passt auch die Berichterstattung zu den Todesurteilen gegen wegen Drogenschmuggels Verurteilten in Indonesien hierzu. …“Bei ihnen habe es sich um den 34-jährigen australischen Staatsbürger Myuran Sukumaran, dessen 31-jährigen Landsmann Andrew Chan, drei Nigerianer, einen brasilianischen Staatsbürger und einen Ghanaer gehandelt,…“ Ja, die beiden Australier werden beim Namen genannt…; aber man kann ja auch das Positive sehen, sie werden „trotz“ ihrer asiatischen Namen als Australier wahrgenommen. Die australische Regierung hat auch in ihrem Einsatz für die beiden Hingerichteten so getan, als würde es sich um politische Gefangene handeln und mit diplomatischen Konsequenzen gedroht, aber auch damit dass es sich die Australier künftig gut überlegen würden, ob sie noch auf Bali Urlaub machen wollten. Wenn die australische Regierung einen Kampf gegen die Todesstrafe führen wollte (was lobenswert wäre), müsste sie sich ja nicht zuletzt mit der USA anlegen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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