Pechvögel, verkannte Genies und einsame Talente

Die Qualifikation zur Fussball-Europameisterschaft 2016 ist fast abgeschlossen, der grösste Abwesende wird das niederländische Team sein, mit Stars wie Robben. Schottland hat es leider auch nicht geschafft. So wie es ManU-Verteidiger Darren Fletcher anscheinend zu keiner WM oder EM schafft, ging es auch schon anderen Klassespielern, auch von noch grösserem Kaliber. Hier gehts also um diese Fussballer ohne Turnier-Teilnahmen, ohne WM-Teilnahmen, sowie solche die gar nicht für ein Nationalteam spielten oder sich dort nicht durchsetzten. Um grosse Fussballer mit einer irgendwie bescheidenen Nationalteam-Karriere. Es gibt solche, bei denen ihr Nationalteam ihnen gegenüber abfiel/abfällt, wie Pierre-Emerick Aubameyang (hätte auch für Frankreich spielen können), Jari Litmanen, Ryan Giggs. In geringerem Maß trifft das auch auf Robert Lewandowski, Andrij Shevchenko oder Mohammed Salah zu. Und es gibt solche, die aus anderen Gründen eine bescheidene Nationalteam-Karriere hatten/haben, wie Alfredo Di Stefano (der für 3 Länder spielte).(1)

Fussballer internationaler Klasse, die nie bei einem grossen Turnier spielten: Litmanen absolvierte 137 Länderspiele für Finnland, von 1989 bis 2010, qualifizierte sich mit dem Team aber nie für eine WM oder EM. Ab den 1990ern hatten die Finnen neben Litmanen auch andere Legionäre in diversen europäischen Ligen, dennoch war das Team nie stark genug für eine Qualifikation. Für die Turniere 98, 02, 08, 10 ist Finnland relativ knapp gescheitert.(2) Massimo Bonini aus San Marino war in den 1980ern ein herausragender (Abwehr-) Spieler in der italienischen Liga (v.a. bei Juventus Turin).(3) 1990 durfte ein Nationalteam von San Marino dann den Spielbetrieb aufnehmen, Bonini war von da an bis 1995 dabei; hier war das Gefälle zwischen ihm (dem Starspieler) und der „Masse“ des Teams aber natürlich noch eklatanter als bei Finnland. George Best spielte von 1964 bis 1977 im Team Nordirlands – das sich zwischen 1958 und 1982 aber für keine WM (oder EM) qualifizierte. Nationaltrainer (Teamchef) „Billy“ Bingham überlegte 1982 kurz, Best (35 Jahre und noch aktiv aber seit 5 Jahren nimmer in der „Nati“) in den Kader für die WM zu nominieren. Ian Rush hat mit Wales die Qualifikation für ein Turnier in vielen Anläufen (80er, 90er) nie geschafft. Franz Hasil ist für Manche der beste Fussballer, den Österreich hervorbrachte, auch er konnte sich mit dem Nationalteam für keine WM oder EM qualifizieren.

Das schwedische Team scheiterte die gesamten 1980er hindurch an Qualifikationen für die Grossereignisse, ein nennenswerter Spieler aus dieser Zeit war Robert Prytz. Ungarn musste von 1986 bis 2016 auf eine Turnier-Teilnahme warten, qualifizierte sich in dieser Zeit nur für Olympia 1996; damals dabei war etwa Peter Lipcsei. Stephen Heighway hörte lange vor Irlands erster Qualifikation für ein Grossereignis, EM 1988, auf. Hassan Salihamidzic war zu seiner Zeit auch ein Spieler internationaler Klasse, das Team von Bosnien-Herzegowina scheiterte aber immer wieder in Qualifikationen. Kachaber Kaladse spielte 9 Jahre beim AC Milan, kam mit dem georgischen Team einer erfolgreichen Qualifikation aber nicht nahe. Zu Zeiten als Georgien noch Teil der Sowjetunion war, kamen Georgier (wie Aleksandre Chiwadse) in dessen Nationalteam zu Turnier-Teilnahmen. Anders war es beim Niederländer „Sonny“ Silooy, er musste die Endrunden 1988, 1990, 1992 verletzungsbedingt auslassen, also aus individuellen Gründen. Zlatko Kranjcar (Jugoslawien/Kroatien) wäre zumindest für die EM 1984 in Frage gekommen, seine Nationalteam-Karriere hat unter seinem Auslands-Engagement in Österreich gelitten.

Bei den Fussballern, die nie an einer WM teilgenommen haben, gibt es auch jene aus schwächeren Fussball-Nationen, jene deren Karriere in eine Schwächephase ihres Nationalteams fiel, und jene wo individuelle Gründe ausschlaggebend waren (hauptsächlich Verletzungen, Streits mit dem Teamchef, interne Konkurrenz). Ryan Giggs (Wales) nahm wenigstens an einem Olympia-Fussballturnier teil (2012, mit dem britischen Team). „Dixie“ Dörner ist einer jener DDR-Fussballer, die bei Olympia dabei waren, aber bei keiner WM (oder EM). Wenigstens an einer Europameisterschaft teilgenommen haben Eric Cantona, Bernd Schuster, Flemming Povlsen, Mehmet Scholl, Roberto Pruzzo, „Nick“ Barmby, Gilbert van Binst, Theodoros Zagorakis, Cristian Chivu, Kubilay Türkyilmaz, Jozef Moder (CSSR/Slowakei), oder Volodymyr Onyshchenko (Sowjetunion/Ukraine). Das trifft auch auf Gareth Bale und David Alaba zu, diese haben aber noch gute Chancen auf eine WM-Teilnahme. Fatih Terim hat als Trainer 3 EM-Teilnahmen „zu Buche stehen“. Aus Südamerika sind hier zB Claudio Pizarro (Peru), Juan Arango (Venezuela) oder Gustavo Poyet (Uruguay) zu nennen – sie nahmen (nur) an Copa Americas teil. An Afrika-Cups teilgenommen aber nicht an Weltmeisterschaften haben George Weah (Liberia), Kalusha Bwalya (Sambia), Frederic Kanouté (Mali) oder P.-E. Aubameyang (Gabun ). Hier sind wahrscheinlich einige der wichtigsten Fussball-Nationen genannt, die noch nie bei einer WM waren. Bei Abedi Pelé Ayew (Ghana) oder Segun Odegbami (Nigeria) scheiterte die Qualifikation an „Schwächephasen“ ihrer Teams. Aus den anderen Fussball-Kontinentalzonen seien hier Kazuyoshi Miura (Japan), Julio Dely-Valdes (Panama), Antony Vidmar (Australien) genannt. Sie nahmen an ihren Kontinental-Meisterschaften teil, aber an keiner WM.(4)

Bei Arthur Friedenreich war die Sache anders. Der Sohn eines deutschen Einwanderers und einer Afro-Brasilianerin (seine Mutter war eine befreite Sklavin) begann mit dem Fussball bei einem deutschen Klub in Sao Paulo; als „Mulatte“ hatte er noch viele Hürden in Brasilien und International zu überwinden (Schwarze waren im brasilianischen Fussball vor Pelé, also bis Ende 1950er, Anfang 1960er selten). Friedenreich war vielleicht der erste Könner des Weltfussballs. Er hat 2x die Copa America gewonnen, war bei der WM 1930 nicht dabei, da da nur Spieler aus Rio de Janeiro das brasilianische Team bildeten. Pelé hat dazu gesagt, die Engländer haben dem Fussball nur die Form gegeben, mit Friedenreich begann der Weltfussball eigentlich

Allan Simonsen kam am Ende seiner Karriere noch zur EM 84 und zur WM 86, hatte bei Olympia 72 teilgenommen. Darko Pancev nahm mit Jugoslawien an der WM ’90 teil, von der EM 92 wurde Jugoslawiens Team wegen des blutigen Auseinanderfalls des Landes ausgeschlossen; Pancev spielte danach für (Nord-) Makedonien, dieses war/ist zu schwach um sich zu qualifizieren, bislang. Kevin Keegans WM-Spielzeit beschränkte sich auf 26 Minuten 1982, in denen er im Match gegen Spanien eine grosse Torchance vergab. Alfredo Di Stefano war 1962 im spanischen Kader, kam aber nicht zum Einsatz.

Es gibt einige markante Fälle, wo Fussballer einzelne Turniere verpassten. Michael Laudrup war etwa 1992 nicht dabei, als Dänemark für das ausgeschlossene Jugoslawien nachrückte, weil er mit Nationaltrainer Richard Möller-Nielsen zerstritten war; jemand hat das (angesichts des Abschneidens des dänischen Teams bei diesem Turnier) mit einem Lottoschein verglichen, auf dem die richtigen Zahlen angekreuzt wurden, der aber nicht abgegeben wurde… Beim Griechen Zikos war es 04 ähnlich. In Jugoslawien kam der Auseinanderfall des Staats, als es das stärkste Fussballteam seit Langem gab. Dragan Stojkovic war unter jenen Spielern, die 92 um die Teilnahme und vielleicht einen grossen Erfolg kamen (hat aber vorher und nachher Turniere gespielt). Kroatiens Unabhängigkeit wurde Anfang 1992 international anerkannt, für die Qualifikation für die WM 1994 war das zu spät, daher fiel etwa Davor Suker damals um eine Teilnahme um; sein grosser Auftritt kam vier Jahre später.

Das ägyptische Team scheiterte inmitten von 3 Africa Cup-Siegen (06, 08, 10) an bzw in der Qualifikation für die WM 2010 (die in Afrika statt fand), zu einer Zeit also als es den afrikanischen Fussball dominierte – und in den Qualifikationen bekam es schliesslich auch nur afrikanische Teams als Gegner. Das Team mit Essam El Hadary, Ahmed Hassan, „Mido“, Mohammed Zidan,… zog gegenüber Algerien den Kürzeren. El Hadary war dann noch dabei, als Ägypten sich für das Turnier 2018 qualifizierte. Zlatan Ibrahimovic hat mit Schweden u.a. die Qualifikation für die WM 2014 verpasst. Ciro Ferrara konnte verletzungsbedingt an den Turnieren 1996 und 1998 (als er auf dem Höhepunkt seiner Karriere war) nicht teil nehmen. „Ruud“ van Nistelrooy hat sich kurz vor Beginn der Euro 2000 verletzt, so war es 2002 bei Canizares und Deisler. Bei Gullit ’94 war es auch knapp, hier ging es um einen Streit mit Trainer Advocaat; Kiriakov und andere Russen boykottierten die WM 94 wegen des Trainers. Javier Zanetti und einige andere argentinische Stars wurden 2006 nicht berücksichtigt. Owomoyela wurde 06 im letzten Moment aus dem Kader gestrichen, dafür wurde Odonkor das Überraschungsei in Klinsmanns „WM-Nest“.

Franz Beckenbauer: „Du kannst nicht einfach die besten 22 Spieler in ein WM-Team packen. Auf den Plätzen 16 bis 22 brauchst du Spieler, die nicht ständig aufmucken.“(5) Und so gehörten 1990 in Italien ein Günter Hermann und ein Paul Steiner zum deutschen WM-Team, auch Frank Mill, aber nicht Wolfram Wuttke oder Stefan Kuntz, der nach dem Pokalsieg seines FC Kaiserslautern bitter „schöne Grüsse nach Kitzbühel“ sandte. Mill war von Beckenbauer vor der WM 1986 im letzten Moment aussortiert worden, als einer von 4 Spielern, auch Guido Buchwald war darunter. Beckenbauer berief damals ein vorläufiges Aufgebot von 26 Spielern ins Trainigslager, was zu einigen harten Trainingseinheiten führte… Mario Basler durfte nicht zur WM 1998, auch Paul Gascoigne und Romario nicht. Letzterer war auch 2002 ein Thema, eine Unterschriftenaktion forderte da (vergeblich) seine Berücksichtigung – wie 4 Jahre später bei Scholl.

„Dida“ (Nelson de Jesus Silva) ist ein Fussballer, der fast alles gewonnen hat: Copa America (99), Confederations Cup (97, 05), 2 Mal die Champions League mit AC Milan, einmal die Klub-WM, die Copa Libertadores, bei Olympia 96 hat er mit dem brasilianischen Team immerhin die Bronzemedaillie gewonnen; und, er war auch beim WM-Sieg 02 dabei, allerdings war der Tormann ausgerechnet bei diesem wichtigsten Erfolg nur Reservist. Oliver Kahn war immerhin bei 4 Turnieren (94, 96, 98, 06) Ersatztormann, spielte eigentlich nur ein gutes Turnier (02). Francesco Toldo rückte 2000 durch die Verletzung von Buffon in die Startelf und spielte eine Schlüsselrolle beim Finaleinzug des italienischen Teams; danach wurde er aber wieder in zur Reservistenrolle degradiert, die er davor schon eingenommen hatte. Raimond Aumann hat seinen Platz in der (deutschen) Stammelf vor der WM 90 wohl aufgrund einer schwachen Halbzeit im Testspiel gegen Uruguay davor verloren.

Was haben die Spieler Podolski (14), Javier Martinez (10), Filippo Inzaghi (06), „Kaka“ (02), Candela (98), Paulo Sergio (94), Hermann (90), Trobbiani (86), Causio (82), Villa (78), Netzer (74), M. Antonio (70), Callaghan (66), Pelé (62), D. Santos (58), R. Herrmann (54), Moran (50), Ferraris (38), Guarisi (34), Urdinaran (30) gemeinsam? Sie standen in diesen Jahren im Kader jenes Teams das Weltmeister wurde, kamen aber kaum oder gar nicht zum Einsatz, hatten also wenig Anteil am Turniersieg, sind zT auch wenig bekannt. Solche Spieler sind wichtig zB dafür dass in Trainings ein 11 gegen 11 gespielt werden kann.

Es gibt dann jene Spieler, die sich in ihrem National-Team nicht durchsetzten, nur zu einer kleinen Nationalteam-Karriere kamen (zT deshalb nie bei Turnieren dabei waren). Genannt wurden davon bislang u.a. Schuster, Netzer, Toldo. Salvatore „Toto“ Schillaci spielte nur eine gute Saison, 1989/90, zu deren Krönung er WM-Torschützenkönig wurde. Der Däne Henrik Larsen, 1992 Europameister und Co-Torschützenkönig, hat auch davor und danach wenig aufgezeigt. Dieter Müller wurde im EM-Semifinale 1976 in der 79. Minute eingewechselt, schoss noch 3 Tore in diesem Spiel, ausserdem eines im Finale, wurde Topscorer dieses Turniers. Ein „Wendepunkt“ war die Südamerikareise des BRD-Teams 1977; nachdem er im Match gegen Brasilien nur auf der Bank sass, verbrachte er eine Nacht in Rio de Janeiro mit Wein, Weib & Gesang…und traf beim Eintreffen im Hotel am Morgen Trainer Schön. Der versetzte ihn in die B-Nationalmannschaft. Bei der WM ’78 war er dabei, die Niederlage gegen das österreichische Team war sein letztes Länderspiel. Seine Teambilanz weist 12 Länderspiele und 9 Tore aus (76-78). Beim Elsässer Gilbert Gress war es seinen eigenen Angaben nach so, dass er aufgrund seiner langen Haare selten ins Nationalteam berufen wurde. Seine Zeit fällt ausserdem in eine Schwächephase des französischen Fussballs.

Unter ihren Möglichkeiten im Nationalteam blieben Spieler oft aus Konkurrenz zur betreffenden Zeit auf der betreffenden Position. Im westdeutschen Team gab es in den späteren 1980ern einige Offensivspieler wie Michael Rummenigge, Thomas Allofs, Roland Wohlfahrt,… die kaum zum Zug kamen. Im niederländischen Team von etwa 1998 bis 2004 gab es mit Pierre van Hooijdonk, Jerrel Hasselbaink, „Roy“ Makaay drei wenig genutzte Klasse-Stürmer; ihnen wurden meist Bergkamp, Kluivert oder Van Nistelrooy vorgezogen. Bei „Andy“ Cole, Giovane Elber oder Marco Simone war es auch die Konkurrenz aus dem eigenen Land, die sie um eine grössere (Nationalteam-) Karriere brachte. Manfred Burgsmüller, „Charly“ Körbel und „Jimmy“ Hartwig kamen jeweils nur zu einer Handvoll Länderspiele. Der Österreicher Peter Pacult absolvierte in 11 Jahren nur 24 Länderspiele (mit 1 Tor); hätte eigentlich 1990 dabei sein müssen. Die Teamkarriere seines Landsmanns Felix Gasselich ist auch etwas unglücklich verlaufen. Jonathan Woodgate machte in 10 Jahren 8 LS für England… Der Niederländer Arnold Bruggink kam auf 31 U-21-Länderspiele (Rekord), aber nur auf 2 Einsätze in der „A“. Rupert Marko schoss 1988 in seinem dritten Einsatz für Österreich 3 Tore…und wurde danach nie mehr im Nationalteam eingesetzt. Lars Ricken ist einer Jener, denen eine weit grössere Karriere vorhergesagt wurde als sie dann vollbrachten.

Der Bolivianer Victor Antelo war ein Topscorer in der Liga seines Landes, setzte sich im Nationalteam aber nicht durch. Beim Brasilianer Zé Carlos war es so, dass er in den WM-Kader 1998 rutschte, wegen einiger Ausfälle (u.a. Flávio Conceição). Dort durfte er im Semifinale (gegen NL) spielen – sein erstes und letztes Länderspiel! Auf genau einen Einsatz für das Nationalteam brachten es auch der Österreicher Schilcher, der Deutsche Sebescen (Frühling 00 gegen NL, gegen Zenden) oder der Niederländer Verlaat. Zu den Spielern mit wenigen Länderspielen gehören in der Regel auch jene, die im höheren Alter (über 30) debütierten. Der gebürtige Oberschlesier Martin Max war in seiner Zeit bei 1860 Münschen 2x Torschützenkönig in Deutschland, wurde vor der WM 02 von Völler getestet, mit 33 Jahren, spielte 7 Minuten, durfte nicht zur WM (stattdessen Jancker), 04 stand er wieder zur Debatte. Einige DDR-Nationalspieler schafften es nicht ganz in das Nationalteam des wiedervereinigten Deutschlands (bzw der vergrösserten BRD); Perry Bräutigam etwa wurde ’90 von Vogts für das erste Länderspiel der „gesamtdeutschen“ Nationalmannschaft nominiert, sass aber nur auf der Bank.

Und dann gibt’s jene, die überhaupt nie für ein Nationalteam spielten, zumindest nicht auf A-Level (und deshalb auch bei keinen Turnieren dabei waren), aus welchen Gründen auch immer. Bei „Soccernostalgia“ (Englisch) gibts eine 9-teilige Serie über „The uncapped“, die namhaftesten Fussballer, auf die das zutrifft, hier Teil 1.(6) Er hat u.a. Delio Onnis (den Argentinier, der in der ewigen Torschützenliste der französischen Liga noch immer sehr weit vorne ist), „Jimmy“ Case, Bernd Dürnberger, Thomas von Heesen, Maurizio Ganz, John McGovern (Schottland), Norbert Nachtweih, Sergio Brio, H.-P. Lehnhoff, Pietro Virdis, Horst Blankenburg, „Nayim“ (Spanien), Roland Grahammer, A. Di Bartolomei, Fritz Walter II. Manche von ihnen haben in Nachwuchs- oder Olympia-Nationalteams gespielt, Grahammer zB in mehreren. Gunnar Sauer war sogar bei einem Turnier im Kader (EM 88) ohne Nationalspieler zu werden.

Jocelyn Blanchard ist einer, den Soccernostalgia nicht hat. Oder Heinz Stuy (mehrere Meistercup-Siege mit Ajax), Juan Lozano (setzte sich zwischen die „Stühle“ Belgien und Spanien), Klaus Bachlechner (der wohl beste Fussballer, den Südtirol hervorbrachte; Enzo Bearzot ist zwar auf ihn aufmerksam geworden, hat ihn aber nicht einberufen). 90er-Dortmund-Tormann Stefan Klos war auf jeden Fall teamreif, kam aber auch nicht zum Zug. Seine italienische Entsprechung ist vielleicht Sebastiano Rossi, der in vielen Europacup-Finali seine internationale Klasse bewies. Alfons Groenendijk kam zwar zu einem Transfer in die englische Liga, aber nicht in die niederländische A-Auswahl. Keine A-Länderspiele absolvierten auch „Kiki“ Musampa (aus Kongo stammender Niederländer), sein Landsmann Van Ankeren, Roger Boli (Frankreich), Sabin Ilie (Rumänien), Thorsten Legat, Igor Protti, Manfred Bender, Thorsten Fink, Thomas Schaaf, Chris. Aitken (Sco), „Ruud“ Hesp (NL, bei 2 Turnieren dabei), Valerien Ismael, Paolo di Canio, „Ailton“ (> Nationswechsler), Sergio Brio, Robert McKinlay (Sco), Lorenzo Amoruso, Hans-D. Flick,…

Sean Dundee, als Südafrikaner irischer Herkunft in Durban geboren, ist den Weg über eine deutsche Regionalliga (Ditzingen) gegangen, um in der 1. Bundesliga, bei Karlsruhe, zu landen. Dort schoss er auch seine Tore, weshalb der damalige südafrikanische Teamchef Barker auf ihn aufmerksam wurde. Ungefähr zur selben Zeit hat auch Bundestrainer Vogts Interesse an ihm bekundet. Barker berief Dundee Ende 1995 zu einem Länderspiel in Johannesburg – gegen Deutschland. Der meldete sich dort dann verletzt, nahm auf der Bank Platz – ob er auch am Spielbericht stand, also Ersatzspieler war, ist mir nicht bekannt. Danach entschied er sich für Deutschland, wurde 1997 eingebürgert und absolvierte eine Grundausbildung bei der Bundeswehr ehe er dort in eine Sportfördergruppe „versetzt“ wurde, also als Fussballer weitermachen konnte. Merkwürdigerweise gelang ihm nach seiner Einbürgerung fussballerisch nicht mehr viel, nicht in Karlsruhe, schon gar nicht in England, nicht einmal in Österreich. Und beim DFB-Team sass er (nur) einmal auf der Bank; und spielte einmal im B- bzw A2-Team. Heute lebt Sean Dundee wieder in Südafrika, heisst es.

Joachim Löw’s Laufbahn als Spieler ist eine Bestätigung der „Regel“, wonach mittelgute Fussballer gerne grosse Trainer werden; er kam nur zu U-21-Einberufungen. Der Belgier J. Duquesne war bei 16 belgischen LS im Kader, auch bei der WM 70, blieb aber immer auf der Bank.

 

(1) Im Eishockey sind die Dinge hierbei anders, es gibt eine illustre Liste von Spielern, die nie mit ihrem Nationalteam ein Turnier spielten, hauptsächlich Kanadier, die keine Gelegenheit dazu hatten, weil Profis von WM- und Olympia-Turnieren ausgeschlossen waren, aber auch weil die NHL Priorität hatte

(2) Finnland war im Fussball bislang nur bei den Olympia-Turnieren 1912, ’36, ’52, ’80 dabei

(3) Spielte in dieser Zeit für das italienische U21-Nationalteam

(4) Vidmar ausser am OFC Nations Cup auch an Confederations Cups und einem Olympiaturnier

(5) Aus diesem Grund hat Herbert Prohaska 1998 Wolfgang Knaller und nicht Otto Konrad als dritten Tormann mit genommen

(6) Da der Autor die einzelnen Teile nicht miteinander verlinkt, und die Serie immer wieder ergänzt, ist es leider schwer, diesbezüglich den Überblick zu behalten

 

 

Eine Aufstellung von nennenswerten österreichischen Fussballern, die es nicht ins Nationalteam geschafft haben:

* Walter Knaller (Hickersberger Ende der 1980er über ihn: „Die Rufe nach Knaller habe ich gehört.“)

* Hermann Stadler: war über 10 Jahre lang ein Thema (zuletzt in der Zeit als Austria Salzburg 1994 im EC-Finale war) und hat in diversen Nachwuchs-Auswahlteams gespielt – so eines betreut er jetzt

* Michael Schmid: der spätere Stöger-Assistent wurde von Baric zu dem dem dann abgesagten (bzw verschobenen) Match gg Israel ’01 einberufen

* Josef Schicklgruber: in der Zeit als er mit Sturm Graz in der Champions League spielte (um 2000 herum) war er einmal im Trainingslager des Nationalteams

* Peter Guggi: so ziemlich der Einzige aus der Rapid-Mannschaft die ’96 ins EC-Finale war der nicht Nationalteam-Spieler war

* Alexander Sperr: der Wechsel von VOEST Linz zu Aston Villa 1989 zerschlug sich, weil Ausländer damals in der englischen Liga nur erwünscht waren, wenn sie zumindest ein A-Länderspiel für ihr Land absolviert haben. “Ich war zwar dreimal im Teamkader auf Abruf dabei und spielte oft als U21-Teamkapitän, das war aber zu wenig. Eine Minute Teameinsatz hätte gereicht. Teamchef Hickersberger hat damals aber immer den Schöttel vorgezogen und mir keine Chance gegeben.“ So landete er 89 bei Admira Wacker, 1991 eine schwere Verletzung beim Rehab-Training

* Matthias Hattenberger: sein Vater Roland war langjährige Nationalteam-Stütze, er wurde von Krankl, Hickersberger, Constantini übergangen

* Dietmar Berchtold: der Bregenzer war unter Krankl einmal auf der Bank bzw im Kader bei einem Länderspiel

* Fritz Drazan: hier hat es der Sohn geschafft, aber nicht der Vater

* Attila Sekerlioglu: wäre am ehesten in Frage gekommen, als er Legionär in Schottland war (95-98)

* Dietmar Constantini: als Spieler u.a. bei Wacker Innsbruck ein Mitläufer, als Trainer herausragend

* Weiters: Georg Zellhofer (schaffte es nicht ins A-Natonalteam, im Gegensatz zu Klubkollegen wie Jürgen Werner oder Helmut Wartinger), Kurt Temm (Ende 80er im erweiterten Kader), Harald Gamauf (ziemlich viele BL-Spiele für den GAK), Bernd Dallos (Anfang der 90er ein Thema), Oliver Prudlo (hätte in seiner Zeit beim FC Tirol eigentlich eine Chance bekommen müssen), Walter Saria (bei/vor der WM 82 hätten schon 2 oder 3 Tormänner ausfallen müssen, dass er nachgerückt wäre), Kurt Nagl (1 inoffizielles LS), Christian Hassler (einmal auf der Bank), Werner Gregoritsch (sein Sohn hat es geschafft),

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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